Splitter aus übermütigen Stunden
(im Alter von fast 15 Jahren)

 

Wilde Beeren

(Barcelona*/Berlin, 1968)

 

"In unserem Garten gibt es wilde Beeren."

"Bären? Ja, Mensch, brauchst du Hilfe?"

"Nein, so viele sind es garnicht."

"Hab gehört, sie sollen gefährlich sein."

"Beeren? Unsere bestimmt nicht."

"Man kann nie wissen.
Dann sind sie garnicht so wild!"

"Doch, sie kratzen ganz schön."

stephan castellio wrobel - jswrobel

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* Der Text wird entweder während meines Aufenthaltes in Barcelona im Sommer 1968 als Teenager enstanden sein (in Anspielung auf das riesige wilde Brach- und Gartenland des Nachbarn, mit dessen gleichaltrigen Sohn ich Gesellschaft pflegte) oder in den Monaten nach meiner Rückkehr in Berlin (meine Eltern hatten unserem Wohnhaus gegenüber einen Garten gepachtet, wo viele Stachelbeersträucher standen). Auf der Rückseite des Textzettels findet sich der Entwurf eines Briefes an Magdalena, ein junges spanisches Fräulein aus der Nachbarschaft in Barcelona, mit der ich ab und zu geplaudert hatte und der ich nun in meinem damaligen holprigen Schüler-Wörterbuch-Englisch schrieb:

"How are you and your parents? In Berlin we have now winter with big snow. In Spain weather is better now. My time in Spain was very beautiful. I saw and learned many things. First, I thought Spanish girls are bad, but that is not right. I will never forget Barcelona. Thank you for your efforts to help me to learn the Spanish language. I don't know whether I keep all these words."

 

stephan castellio wrobel - jswrobel

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