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Notizblog | Freilassing | Vorwort, Einführung, Gesamtübersicht


Freilassing – Lehm und Eisen(bahn)
und vieles mehr ...

Stand 22.08.2020 (refresh!)




Vorwort. Ich lebe und wohne gern in Freilassing. Hier ein morgendlicher Schnappschuss an einem sommer­heißen Augusttag Rupertusstraße Ecke Augustinerstraße. Das Foto macht einen für Freilassing charakteristischen "Mehr­klang" sichtbar, finde ich:

  • die ☞ Rupertuskirche im Hintergrund und Zentrum der Stadt – hier Symbol für katholische Traditionen wie in Salzburg ("Kreuz"); der heilig geprochene Rupertus (siehe unten) ist Landespatron vom "Rupertiwinkel" und Flachgau (Österreich), die früher politisch zusammen gehörten
  • ein Feld (fast) im Mittelgrund – steht für ☞ Landwirtschaft/Bauernhöfe ("Lehm")
  • und im Vorder­grund ein typisches Eisenbahn-Utensil der Stadt der Eisenbahn, auch ☞ "Eisenbahner­stadt" genannt ("Eisen", ab 1860, nach 1900 Bahnbetriebswerk).
  • Links im obigen Bild geht's übrigens an einer der ehemaligen ☞ "Eisenbahner­kolonien" die Rupertus­straße entlang zum ☞ Eisenbahn­museum "Lokwelt". Und noch etwas: Die "Augustinerstraße" rechts im Foto erinnert ...

  • an die Augustiner – also jetzt nicht an die bayerische Bierbrau­tradition, sondern an die Eremiten vor Ort (1601–1773) im ☞ Alten Pfarrhof ☞ Salzburg­hofen (historische Baujuwelen der Stadt). Dem Orden hatte übrigens auch Luther angehört, und über die evangelisch-lutherische Kreuz­kirche wird es hier ebenso einen Artikel geben. Das bemerkenswerte Dreiklang-Gebäude-Ensemble liegt an der Schul­straße (vgl. ☞ Zentral­schulhaus, ☞ Grund­schule) Ecke ☞ Bräuhaus­straße ("Bier") und der, natürlich – Martin-Luther-Straße!
  • Der andere Straßenname gedenkt ☞ Rupertus, dem in diesem Landstrich allgegen­wärtigen innovativen Missionar und ersten Bischof von ☞ Salzburg. Vordem war er Bischof in Worms. Ein bayerischer Herzog lud ihn 696 ein, in unserem Landstrich zu wirken. Er erhielt wichtige Anteile an der Saline in ☞ Reichenhall, worauf offenbar unter anderem aus diesem Grund sein Bischofssitz den Namen "Salzburg" erhielt. Ohne das nicht weniger weit entfernte ☞ Hallein (Österreich) vernachlässigen zu wollen, wo schon die Kelten Steinsalz abbauten, was dann durch das Meersalz der Römer überflügelt wurde.
Mit Rupertus beginnt die Geschichtsschreibung in unserer Region, weil es von da an schriftliche Zeugnisse gibt. "Was man schreibt, das bleibt!".*

* "Mit der Ankunft des hl. Rupertus in Salzburg im Jahr 696 setzt eine neue Entwicklung von großer geschichtlicher Tragweite ein. Der Historiker kann sich ab diesem Zeitpunkt auf eine Vielzahl schriftlicher Überlieferungen stützen. Der Archäologie fällt für die nachfolgenden Zeitstufen die Aufgabe zu, – z.B. durch Kirchengrabungen oder Stadtkernforschungen – manche Detailprobleme zu lösen, für die keine schriftlichen Quellen vorliegen" (Moosleitner 1996-d, S. 134).

Also, ganz schön geschichtsträchtig das Ganze! Worauf diese Website durch diverse Beiträge noch eingehen wird und auf anderes mehr, was mir beim "Stadtschlendern" in Freilassing aufgefallen ist oder aus historischer Sicht bemerkenswert erscheint. Finde ich jedenfalls interessant ... 😎


Einführung. Die über 17.000 Einwohner Freilassings bestehen aus alteingesessenen Bayern und "Zugereisten" wie mich (in West-Berlin groß geworden; habe die längste Zeit, 1972–2008, in Wiesbaden und Selters/Taunus verbracht, also bei den Hessen). Zusammen mit vielen Österreichern, Schwaben und anderen Menschen zahlreicher Nationen, die sich in der Beschaulichkeit der oberbayerischen Kleinstadt ebenso wohlfühlen.

Freilassing und sein Ortsteil ☞ Salzburghofen haben seit über tausend Jahren vor allem bäuerliche Wurzeln ("Lehm"). Davon zeugen bislang noch Felder mitten in der Stadt (☞ Fürstenweg). Und die letzten ☞ Bauernhäuser und Ställe, womit sich hier eine andere Rubrik beschäftigen wird.

Seit 1860 "verknoteten" sich an diesem Punkt Eisenbahnlinien ("Eisen"), so mit der Strecke München – Salzburg – Wien, die zur Anbindung von Freilassing und unserem Nachbarn ☞ Salzburg an den Rest der Welt und zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in beiden Städten führte und von Anfang an den ☞ Fremdenverkehr in der gesamten Region beflügelte. (Ähnlich profitierten andere Ortschaften und Gemeinden entlang der Strecke von der Anbindung.)

Ab 1900 gab es für Freilassing den entscheidenden wirtschaftlichen Schub durch die ☞ Bahn, als es zur Errichtung von Betriebswerkstätten (Bw) für Dampf- und später für Elektroloks kam, was Freilassing 1910 unter anderem Wasserleitungen und Hydranten brachte. Das nostalgische ☞ Bahnbetriebswerk mit Rundlokschuppen und andere Bahnbetriebsgebäude blieben beim verheerenden ☞ Bombenangriff der alliierten Piloten am 25. April 1945 fast unbeschädigt.* So kann man sie noch heute vor Ort im Eisenbahnmuseum ☞ "Lokwelt Freilassing – Deutsches Museum" bewundern (eröffnet 2006).

* Anders der ☞ Bahnhof und das ☞ Heereszeugamt Freilassing, ähnlich wie überall in Deutschland, wo die Alliierten Vernichtungsangriffe gegen Einrichtungen wie die Heereszeugämter und ihre Bahnhöfe flogen. Ebenso legten sie Bahnhöfe entlang der Strecke München – Salzburg, zum Beispiel das Bahnhofsgelände in Rosenheim, in Schutt und Asche.

Fortsetzung folgt unter "Ortsgeschichte"...* (in Arbeit)

* "Ortsgeschichte" ist hier die Rubrik, die für Hintergrundinformationen, Chroniken, Essays u.a. im Rahmen der Beiträge "Stadt- und Naturschlendern" sorgen wird.





Homepage der Stadt Freilassing

www.freilassing.de


Empfohlene Zitierweise

Stephan Wrobel: Freilassing – Lehm und Eisen(bahn) und vieles mehr ..., publiziert am 8.08.2020; in: "Was man schreibt, das bleibt!" (persönlicher Blog), URL: http://www.stephan-wrobel.de/notizblog/freilassing/start-freilassing.htm ( )


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