Zum obigen Foto "Augen-Blick" in Venedig schrieb ich seinerzeit vor Ort noch am selben Abend des 14. Juli das Wesentliche auf Facebook (daher Datum und Reisedetails überhaupt wieder gefunden – denn "Was man schreibt, das bleibt!"), fasse aber für hier die Beschreibungen von zwei Bildern zusammen – aus Freude am Schreiben (und damit ein Beispiel vorweg für meine Knipserei und die neue Rubrik ☞  "Notiz-Blog") ...

19 Uhr. Die Anwohner von Giudecca und ihre Gäste richten sich schon als Zuschauer auf Vor dem Fest, Guidecca, Venedig, 14. Juli.das heutige Feuerwerk-Spektakel über San Marco im Rahmen des Festa del Redentore (Erlöser-Fest) ein – bald schon kommen Tausende über die provisorische Bootsbrücke auf die Insel Guidecca (rechts im oberen Bild zu erkennen), um das Feuerwerk besser von dieser Seite aus zu sehen.

20 Uhr. Festa del Redentore (Fest des Erlösers) in Venedig seit 1577, nachdem die Stadt von der Pest heimgesucht worden war. Ich komme rechtzeitig, um Bürgermeister LuigiVor der Kirche in Guidecca, Venedig (14. Juli). Brugnaro und Diözisanbischof und Patriarch von Venedig Francesco Moraglia kurz vor der Kirche von Giudecca zu sehen (und ein Schnappschuss zu machen, rechts), wo es durch den Bürgermeister gleich zum Festakt kommen wird. Er erinnert in seiner Rede an den Wert der Tradition für die Stadt und ihren Schutzpatron.

Ich bleibe aber nicht dort, es wird bald dunkel werden, und gehe über die provisorische Bootsbrücke zum gegenüberliegenen Stadtteil Dorsoduro. Inzwischen hat sich der Nachthimmel über der Lagunenstadt dunkel bezogen. Ich nehme den Vaporetto (Wasserbus) zum Piazelle Roma (von dort starten alle Buslinien, auch nach Mestre). An Deck des Schiffes über den Canale di Fusina eine Rückfahrt bei Wetterleuchten, Blitzen, warmen Regen und teilweise heftigen Windböen – ich genieße die Wetterstimmung! Von der Piazelle dann den Bus nach Mestre, wo ich am Bahnhof aussteige. Verziehe mich für heute aus der unfassbaren Stadt in mein Hostel. Die moderne und saubere, preisgünstige  Unterkunft (19 €/Nacht) voller munterer junger Leute aus vielen Ländern bewerte ich positiv.

Solche Texte schreibe ich selbst vor Ort nicht aus dem Gedächtnis, sondern rekonstruiere den Sachverhalt zeitnah anhand von vorhandenen Informationen, so dass die Beschreibungen von dem, was ich erlebt habe, ziemlich präzise werden, auch wenn ich sie später noch redigiere. Soweit als Vorspann zur Einführung ...

___________________________________________ 


Leben | RüCKBLiCKE | Einführung

Willkommen zu einer
Gesamtübersicht ...

Aktualisiert 19.08.2019 e


 

Überblick

Damals wie heute
● Oppeln und West-Berlin
● Wiesbaden und Selters/Taunus
● Sonnenbühl und Freilassing

Nochmals – Bücher, Texte, Gedenken (1972 – 2008)
● Redaktionsabteilung
● Mein letztes Referat
● Das Handwerk des Schreibens

Themen und Projekte heute
● Freilassinger Biografie-Projekt
● Themen und Bilder zur Ortsgeschichte
● 150 Jahre Feuerwehr in der Ortsgeschichte
● Die Franziskanerinnen der Mädchenschule Freilassing
● Zum Beispiel aus dem Mittelalter (Barbarossa)
● Der Ortsname "Freilassing" (frilaz) und Engilrammus (Engilram)
● Zurück in die Gegenwart im "Notiz-Blog"
● Weitere Themen (geplant oder in Erwägung gezogen)

Schluss


 

Damals wie heute


Hallo, bin heute als Stephan Wrobel
bekannt, früher mehr unter meinem Vornamen Johannes. Heute auch als "Stephan Castellio (Wrobel)": Auf Facebook und im Bereich freie Foto-Knipskunst (seit 2014) sowie "Literarisches" & Poesie zumeist aus Jugendtagen. (Darüber und auch über meine Vornamen habe ich hier weitere Erklärungen und eine Anmerkung geschrieben, siehe unten.)

Meine Foto "Augen-Blicke" und vielen Texte – alles nicht gewerblich oder kommerziell. Einfach aus Spaß an der Freude am Texten und Publizieren, ausgedrückt in Worten, sowie aus Freude am Sehen, ausgedrückt in Lichtbildern! Kunst ist Ausdruck ... Jeder Mensch hat das Recht dazu; sie oder er darf sich auf seine oder ihre Weise ausdrücken, sich mitteilen, also teilen, nicht nur auf Facebook. Sei es durch Schreiben, Malen, Fotografieren, Tanzen oder sonstwie.


● Oppeln und West-Berlin

Meine Heimat Berlin, Blick aus dem Kinderzimmer, Breitenbachplatz, 1963.Bin Ende 1953 in Oppeln geboren (Oberschlesien [was bis 1945 zu Deutschland gehörte], polnisch "Opole", Polen). In West-Berlin aufgewachsen und zur Schule gegangen (Foto rechts). Als Berliner Schuljunge war ich damals und eine Zeitlang danach der "Johnny" (Jonny), was mit einem meiner deutschen Vornamen zusammenhing. Nicht wundern, wenn ich in einer Anmerkung sehr ausführlich auf meine beiden Vornamen eingehe, was persönliche Gründe hat. (Vielleicht wird es auch Zeit, Klassenfotos zu posten, um alte Schulfreunde wiederzufinden aus der Grundschule am Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf oder der Schmidt-Ott-Oberschule in Steglitz?)

Bei Familie Wallin in Lund, Schweden, 1962.Durfte als Neun- und Elfjähriger in den Sommerferien von West-Berlin aus jeweils bei zwei Familien in Schweden sein (erst Lund und dann bei Hälsingborg), als 12-Jähriger in Österreich (Steiermark) und als 15-Jähriger in Spanien (Barcelona) und so jeweils andere  Milieus als zu Hause kennenlernen.

Später hielt ich mich als älterer Teenager monatelang in Nordtirol (1970) und Südtirol (1971) auf und wohnte dort bei einheimischen Familien. Die Auslandsaufenthalte haben mich ebenfalls geprägt und mir geholfen, über den Tellerrand zu schauen und sozial weltoffen zu werden. 'Reisen bildet ...' (Immanuel Kant, mehr Zitate über das Reisen). Reiseziele zu erreichen wurde meine Leidenschaft, was man halt so als Minimalist erreichen kann. Keine Luxus- und Vergnügungsreisen, not all inclusive, eher Low-Budget-Tours und Kurztrips, nach Israel, Irland ...


● Wiesbaden und Selters/Taunus

Lebte und arbeitete dann in Wiesbaden und Selters/Taunus (1972 bis 2008) als Buchbinder, Sekretär, Sachbearbeiter und Redakteur (mehr im biografischen Teil I [zur Zeit offline]) und II).

Ich widmete mich vor allem damals intensiv der Geschichts-, Meine autobiografische Webseite Archiv- und Gedenkarbeit Fachartikel in English im In- und Ausland (1996 bis 23. November 2008), worauf ich unten kurz eingehe,* mehr Details im biografischen Teil, Teil II (Foto rechts; Kurzübersicht und Screenshot-Sammlung).

Damals publizierte und referierte ich als Johannes S. Wrobel (engl.), also Johannes Verfasste Broschüre mit Grußwort des NRW-Ministerpräsidenten, Vorwort und Anhang von den Mitautoren Kirsten John-Stucke und Michael Krenzer.Stephan Wrobel, oder nur als Johannes Wrobel (Beispiele links in Englisch und Deutsch, wie 12 Jahre 12 Schicksale). Die meisten Veröffentlichungen in deutscher Sprache, einige in Englisch und Übersetzungen in andere Sprachen ( Bibliografie).

Fachartikel in English * Mein Vorname Stephan wurde später zum ersten Vornamen und ist heute durchweg in Gebrauch. (Vgl. die ausführliche, bereits oben erwähnte Anmerkung. Man kann seit November 2018 laut Personenstandsgesetz die Reihenfolge der Vornamen amtlich ändern lassen, wenn man mehrere davon hat und zum Beispiel den Zweitnamen als Rufnamen verwendet. Bislang bleibe ich bei der amtlichen Form "Johannes Stephan Wrobel".)


● Sonnenbühl und Freilassing

Nach der freiwilligen Aufgabe der spezialisierten Zeitgeschichtsarbeit 1996 bis 2008 arbeitete ich als Quereinsteiger von 2009 bis 2018 haupt- und nebenberuflich in der freien Kundenakquise für die Firma Eismann Tiefkühl-Heimservice, was quasi mein gewerblicher "Brotberuf" wurde (dazu kam ich übrigens durch Bruder und Neffen, selbst "Eismänner", damals noch im Familienbetrieb), zunächst in Baden-Württemberg (Wohnort Sonnenbühl) und dann ab 2011 in Oberbayern (Wohnort Freilassing). Die Homepage hier war ursprünglich dieser gewerblichen Arbeit 2009 bis 2018 gewidmet – ich war Selbstständiger und damit unabhängig mit freier Zeiteinteilung, was meiner Natur gut entsprach.

Auf ☞ Facebook habe ich mein bislang berufliches Profil "Stephan Wrobel" inzwischen ebenfalls umfunktioniert, und das ist jetzt meinLogo auf dem damaligen Facebook-Profil zur Anwerbung von Jobsucher und Quereinsteiger benutzt. Blog ☞ "Ein Idealist beobachtet die Welt" – geteilte öffentliche (also allgemein zugängliche) vermischte Nachrichten aus allen Wissensgebieten, einschließlich der Natur sowie der Pflanzen- und Tierwelt, einfach aus Spaß am Lesen und Teilen, ohne finanzielle Interessen. (Ich gehöre keiner Denkschule an, bin frei und religiös sowie politisch neutral, aber nicht sprachlos, bin für Pluralismus, die freiheitliche demokratische Grundordnung und gegen Anti-Mitmenschlichkeit, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, blinden Nationalismus und gegen Hass jeder Art.)

Zum Aussendienst gelangte ich also ursprünglich durch Bruder und Neffen, die "Eismänner". Allerdings arbeitete ich unabhängig von ihnen für die Firma Eismann und fuhr von 2009 bis Unterwegs bei der Akquise entstanden viele meiner Foto "Augen-Blicke"März 2011 auf der Schwäbischen Alb und von April 2011 bis 2017 im Berchtesgadener Land und in vier weiteren Landkreisen jeden Monat über 2.000 km mit dem Pkw vor allem ins Gebiet und kam durch die gewerbliche Akquise in Stadt und Land mit unzähligen Menschen in Berührung, war bei jedem Wetter und jeder Jahreszeit fast sechs Tage in der Woche unterwegs und leitete dazu ein Team von Fachberatern – dieser Job gefiel mir und entsprach meinem Bewegungsdrang ("Bewegung ist Leben") und dem Bedürfnis nach Nähe zur Natur und zu interessanten Orten und Landschaften (vgl. ☞ bisherige Startseite). Dabei entstanden viele meiner Foto "Augen-Blicke", andere "knipste" ich spontan auf Spaziergängen und Kurztouren.

Bei der gewerblichen Aussendiensttätigkeit habe ich sehr viel zu Fuß bewältigt. (Zusätzlich wanderte und reiste ich gern gelegentlich, alles Kurz- und Low-Budget-Reisen, was alsoKurzreise Venedig (siehe Kommentar oben). nicht viel Geld kostete, denn wie oben erwähnt, bin ich ein Leben lang minimalistisch geprägt worden, was seine Gründe hatte, worauf ich in ☞ Teil I der Biografie eingehe [zur Zeit offline] und was ein Hintergrund dafür sein mag, warum ich online mein Leben und Wirken partiell schildere, eine Lebensbiografie, die mit herkömmlichen Kategorien von Lebensentwürfen sicherlich nicht vergleichbar und daher für Beobachter wahrscheinlich nicht ohne weiteres auf Anhieb fassbar sein wird. Dazu mehr in der Anmerkung und im  folgenden Unterabschnitt "Bücher, Texte, Archive, Gedenken (1972 – 2008)".**

Seit 2009 arbeitsmäßig ständig extrem lange und viele Stunden auf Kundeninformation ... Zwischenzeitlichh einen Lohnjob ausgeübt, um mein Knie zu schonen.den Beinen für den Broterwerb unterwegs sein zu müssen hatte schließlich seinen Preis (im Knie und anderswo, was Eigenleistung und Einkommen zuletzt drastisch schmälerte), sodass ich zunächst ab Ende 2017 monatelang einer alternativen Lohnbeschäftigung neben der (inzwischen nur äußerst geringfügigen) gewerblichen Tätigkeit für die Sicherung meines Broterwerbs nachging (eigentlich um das Knie zu entlasten), dann aber leider aufgeben musste und im August 2018 die vorgezogene Altersrente als meine wirtschaftliche "Grundsicherung" antrat.

** Meine uneigennützigen, altruistischen Tätigkeiten von 1972 bis 2008, insbesondere ab 1996 in Verbindung mit zeitgeschichtlichen Ausstellungen, Referaten und Veröffentlichungen zu Verfolgten im NS- und SED-Regime, vlg. unten und meine ☞ Anmerkung auf der Startseite, erfolgten zwar hauptamtlich im Rahmen meiner Zugehörigkeit zu derselben Organisation, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, jedoch ohne wirtschaftliche Gewinnabsichten oder arbeitsrechtliches Dienst- oder Lohnverhältnis, was ich damals von Anfang an freiwillig und aus Idealismus sowie Opferbereitschaft akzeptierte und weil ich meine dazu gehörigen geschichtlichen, redaktionellen und journalistischen Auftragstätigkeiten im In- und Ausland sehr mochte und als große Bereicherung empfand – sie führten mich zu vielen interessanten Menschen, Orten und Ländern. Dazu mehr autobiografische Details in ☞ Teil II der Biografie.

 


 

Nochmals – Bücher, Texte, Gedenken (1972 – 2008)


Rund ums Buch habe ich so einiges gemacht.
Angefangen als junger Mann ab 1972 in er An der Fadenheftmaschine. Großbuchbinderei, Wiesbaden, 1973/1974.Großbuchbinderei einer Organisation, die heute Körperschaft des öffentlichen Rechts ist (Foto: an einer Fadenheftmaschine). Ebenso dort eine Zeitlang als
Handbuchbinder gearbeitet, der Bücher der großen Hausbibliothek reparierte, restaurierte, Bücher einband.

Ich lernte im selben Haus alle möglichen Büroarbeiten in einem Großraumbüro kennen, war Sekretär eines Sachbearbeiters in der landesweiten Verwaltung (1975 bis 1977), der Antwortbriefe nach Diktat schrieb, die ziemlich defizile soziale und psychologische Probleme behandelten, aus denen ich lernen konnte.


● Redaktionsabteilung

Schließlich war ich dort ab 1978 für die große Bibliothek als Bibliothekar selbst verantwortlich, erfasste neue Bücher und pflegte ein Zeitungsausschnittsarchiv. Jetzt hatte ich ein eigenes Büro mit dem Status eines Sachbearbeiters, Korrespondenten Der Ministserpräsident von NRW bedankt sich auch beim Geschichtsarchiv, dessen Gründer und Leiter ich war.und zusätzlich als Redakteur, der Fragen von Lesern beantwortete, recherchierte und Artikel für eine internationale Zeitschrift schrieb (unterschiedliche Sachthemen und zunehmend Lebensberichte von Verfolgten unter dem NS- und SED-Regime) und sechs Jahre lang zusätzlich für eine Rubrik mit vermischten Nachrichten zuständig war (1980 bis 1986).

Von 1996 bis 2008 konnte ich in diesem Rahmen meine Schaffenskraft hauptamtlich dann besonders in die Referat zur Ausstellungseröffnung in Auschwitz, Polen, 2004.Geschichts-, Archiv- und Gedenkarbeit einbringen, ein Geschichtsarchiv gründen und leiten (das Verfolgungsopfer und die einst größte Gruppe der Kriegs- und Wehrdienstverweigerer aus religiösen Gewissensgründen der NS- und SED-Diktatur registrierte und ihre Erinnerungen, Dokumente und Fotos sammelte) – als Basis für Ausstellungen (eigene oder für Gedenkstätten und Museen), Veröffentlichungen (eigene oder in Kooperation mit Historikern) und für Referate im In- und Ausland zu Verfolgten, Verweigerern und Nichtangepassten aus Gewissensgründen unter dem Nationalsozialismus und Kommunismus. (Dazu besteht eine Gesamtauflistung in meiner Bibliographie.)

Für ihre Haltung mussten damals viele der Opfer in Haftstätten und Interview im United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) in Washington D.C., 5. Oktober 2006.Konzentrationslagern büßen oder wurden ums Leben gebracht, nicht nur aus Deutschland und Österreich (die Verfolgungsstatistik und Dokumentation schloß alle betroffenen Länder ein). Staatsverbrechen einerseits, unbeugsamer Mut und Zivilcourage von zumeist einfachen Menschen andererseits. Darauf gehe ich näher an anderer Stelle ein: "RÜCKBLiCKE, AUSBLiCKE, AUGEN-BLiCKE. Mein Nachschlagewerk gegen das Vergessen (Biografie)", siehe Link unten (www.jswrobel.de).


● Mein letztes Referat

In London, Juni 2000.Mein letztes Referat fand am 9. Oktober 2008 in der Gedenkstätte für Opfer der NS-Euthanasie in Bernburg (Sachsen-Anhalt) statt und trug den Titel "'Wohin diese Transporte gingen, erfuhren wir nicht.'"

Nach meiner Neuorientierung im November 2008 trat eine Phase des "Schweigens" (Gelassenheit) ein; ich habe erst nach sieben Jahre begonnen, mich über meine früheren Tätigkeiten online zu äußern und Mein engl. Facebook-Profil "Johannes Stephan Wrobel" (Zeitgeschichte).richtete dafür 2015 das Facebook-Profil "Johannes Stephan Wrobel" (Johannes S. Wrobel) in englischer Sprache und eine autobiografische Homepage in deutscher Sprache ein (verkürzt eine weitere in Englisch).

Zur Motivation der Gedenkarbeit auf Facebook und verkürzt exemplarisch hier (also in eher geringfügigem Umfang).

 Meine damalige Zugehörigkeit und Tätigkeit (1972 – 2008) sind seit über zehn Jahren Vergangenheit für mich und haben mit meinem heutigen Leben (fast) nichts mehr zu. Ebensowenig mit meinen heutigen Interessen – bis auf Geschichte & Zeitgeschichte (siehe "Themen & Projekte" unten), Natur und anderes. Siehe dazu meine ☞ Anmerkung von der Startseite.


● Das Handwerk des Schreibens

Beibehalten habe ich (hoffentlich) vor allem das Handwerk und Ziel systematischer Recherchen und analytischen Schreibens (was harte Arbeit und viel Zeit bedeutet, sowas schüttelt man nicht einfach aus dem Ärmel):

Mit Genauigkeit (accuracy), belegbar (source-based) und mit Menschen im Mittelpunkt (human interest) schreiben. Dabei mit Einfühlungsvermögen (empathy), Verständlichkeit (simplicity) und durchgängiger Logik (consistency) texten. Um weitere Grundsätze zu nennen: Mit Herz (warmth) und Verstand (reasonableness) schreiben, ohne das Urteilsvermögen durch ein Gefühl trüben zu lassen (emotion control), dem Guten verpflichtet (positive), wahrhaftig, unparteiisch und gesetzeskonform (true, neutral, fair, and legal). Mit dem Ziel der allgemeinen, freien Verfügbarkeit für jedermann (free public availibility) durch Veröffentlichung, nicht immer zum sofortigen Lesen, doch bei Bedarf zu Nachschlagezwecken (for reference). Später vielleicht hier, im Rahmen der Überarbeitung dieser Homepage, mehr über Konzepte des Schreibens, wie ich sie in jahrzehntelanger Praxis kennenlernen durfte (☞ "Ich schreibe gern – Über das Texten" [in Planung]).

 


 

Themen & Projekte heute


Heute lebe ich im Ruhestand
und bin seit Februar 2019 im Ehrenamt, noch immer "Blogger" (nicht gewerblich), meine Interessen liegen im journalistischen Texten und Fotografieren, wie oben beschrieben. Dazu gehören im geographischen Umfeld von Freilassing/Salzburg und Berchtesgadener Land neben sozialen auch geschichtliche & zeitgeschichtliche Themen.


● "Freilassinger Biografie-Projekt"

Über das laufende Biografie-Projekt "Freilassinger mit Pfiff – Biografien der Eisenbahner-Stadt", das ich (vorläufig) bis Dezember 2019 in Angriff nehme und das von Einrichtungen der Stadt und des Bundes gefördert werden wird, erfährt man mehr unter ☞ Projekte.


●Themen und Bilder zur Ortsgeschichte

Interessante Themen und Bilder zur ☞ Ortsgeschichte Freilassings. Hier eine idealisierte Postkarte mit dem Luftschiff Zeppelin, Feuerwehrhaus (1927) und der Lindenstraße im September 1928 (Foto). Die Fotothemen scheinen fast unerschöpflich zu sein, wenn man an die Bildbände von Willi Huber, Freilassing in alten Ansichten (Band 1 und 2) denkt. Sein Fotonachlass befinden sich im Heimat- und Stadtmuseum Freilassing im Alten Feuerwehrhaus. Alles eine Frage der Zeit und des guten Willens.

Luftschiff Zeppelin (LZ)  am 28.09.1928 über Freilassing.

Dazu kämen noch Themen, ja eigentlich vorzugsweise und nach Möglichkeit, Gelegenheit sowie Unterstützung (damit meine ich die Bitte, Postkarten oder Fotos mit alten Ansichten Freilassings zur Verfügung zu stellen, denn darüber ließe es sich gut und regelmäßig schreiben, auch wenn es nur Kurzbeiträge wären, vgl. das Foto von 1928 oben), aus der rund 1000-jährigen ☞ Ortsgeschichte Feilassings, seiner Ortsteile, historischen Gebäude, Brunnen usw.

Und von Bürgermeistern und anderen Persönlichkeiten Freilassings, wie Georg Wrede, dem einstigen Wohltäter der Stadt, Künstlern wie Josef Brendle (mit seinen vielen Fassadenmalereien) und vielen anderen, garnicht zu reden – oder doch kurz zu reden. Würde  mir gefallen. Schaun mer mal ...


● 150 Jahre Feuerwehr in der Ortsgeschichte

Das Thema "150 Jahre Feuerwehr in der Ortsgeschichte" habe ich verkürzt zum Jubiläum und für die Homepage der Stadt geschrieben, das auch als Zeitungsartikel erschien. Zum Thema ließe sich natürlich noch viel mehr Interessantes teilen. Zur Eröffnung der Jubiläums-Ausstellung im Alten Feuerwehrhaus im Juni 2019 wurde eine erweiterte Fassung der umfassenden Feuerwehrchronik des ehemaligen Kommandanten Ludwig Mayer, Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Freilassing, vorgestellt, worüber ich durch einem Artikel im Freilassinger Anzeiger berichten durfte.


● Die Franziskanerinnen der Mädchenschule Freilassing

Zufällig habe ich einige Fotos erworben, offensichtlich Reste aus einem Nachlass-Fotoalbum, die eine der Franziskanerinnen, Albertine K., mit Gruppen von Schülerinnen der Mädchenschule (1922 eröffnet) bei Spaziergängen und Ausflügen zeigt. Eine Aufnahme ist betitel: "Aufgenommen bei unserem letzten Ausflug auf der Stroblalm" (was vielleicht die Datierung erleichtern wird). Die Bilder zeigen offenbar Albertine, jeweils mit und ohne Tracht, und zwei Schwestern mit Habit. Das hat mein Interesse ganz allgemein für die Arbeit der Nonnen in Freilassing geweckt. Ein Kommunionsbild zeigt Albertine am 6. April 1930. Das Foto wurde vom Fotografen Karl Dietrich, "Laufen, Fil. Freilassingn (Obb.)" als Postkarte vergößert. Vielleicht ergeben sich mit der Zeit mehr "Einblicke".

Da gäbe es also sehr viele weitere nette Themen und Ansatzpunkte zur Ortsgeschichte!


● Zum Beispiel aus dem Mittelalter

Kaiser Friedrich Barbarossa hat unter anderem mein Interesse geweckt – sein Bezug zu meiner Wohngegend, also zu Freilassing-Salzburghofen als ursprünglich Vortrag über Kaiser Friedrich Barbarossa von Professor Dr. Jörg Schwarz in Freilassing, April 2019königlichem Hof und Kornkammer der Salzburger Erzfürstbischöfe und sein Bezug zu St.Zeno/Bad Reichenhall sowie zur alten Stadt Salzburg. (Die Stadt Salzburg verdankt ihren Namen dem heutigen Bad Reichenhall, "hall" = Salz, bevor die Salzburger Fürsterzbischöfe, später politisch abgeschnitten vom Reichenhaller Salz, in Hallein "pf(r)ündig" wurden und es über die Salzach abtransportieren ließen.)

Nach neuesten Erkenntnissen (Professor Dr. Jörg Schwarz, München, hielt darüber ein Referat im Rauthaussaal Freilassing am 2. April 2019, worüber ich auf Facebook berichtet habe und hier ein Foto einfüge) existiert das einzig authentische Abbild Barbarossas nur im Kreuzgang der Basilika und früherem Münster St. Zeno (den ich inzwischen besucht und das Steinrelief fotografiert habe). Welche Verbindung besteht zwischen dem (wahrscheinlichen?) Aufenthalt Barbarossas in Freilassing-Salzburghofen/Salzburg (1169) und seinem Relief (1170) in St. Zeno? Fände ich jedenfalls spannend – ob ich es herausfinde, weiß ich noch nicht.

Wie das Projekt über "Barbarossa und Freilassing" und in welchem Umfang verwirklicht werden kann, ist zur Zeit noch unbestimmt.


● Der Ortsname "Freilassing" (frilaz) und Engilrammus (Engilram)

Den Ursprung Freilassings und seiner heutigen Ortsteile, vor allem Salzburghofen, auch Brodhausen und anderer Weiler, finde ich bemerkenswert. Und der reicht über 1.000 Jahre zurück!

Die folgende Abhandlung ist in einer "Einführung" natürllich (inzwischen) viel zu lang und wird noch in die Rubrik ☞ Ortsgeschichte verschoben werden. Sie kann vorerst hier, vielleicht ähnlich wie oben der Fotokommentar zu Venedigs Erlöser-Fest am 14. Juli, als Beispiel für meine Schreib- und Arbeitsweise bei Beiträgen zur Geschichte dienen.

Wie auf der Willkommensseite kurz erwähnt, geht der Ortsname Freilassing auf frilaz zurück, soweit bekannt erstmals erwähnt in einer alten Salzburger Klosterurkunde (Codex, dort Eintrag zwischen 1125 und 1147) aus dem 12. Jahrhundert.1 Das weist schon auf den ersten Blick auf eine ältere Herkunft von Frilaz oder "Freilassing" hin als das allgemein genannte Jahr 1125. Wie viel älter? Darum wird es in diesem Beitrag noch gehen.

Die Urkunde nennt einen "treuen [fidele] Engilrammus von Frilaz [d(e) frilaz]" im Haupttext, und im Randvermerk ein zweites Mal, erneut als Engilrammus d(e) frilaz, jedoch ohne den Zusatz fidele, treu. Engilram kauft oder lässt seine Tochter [filia] Adelheit aus der (bedrückenden) Leibeigenschaft eines Adeligen frei (der den Namen Meginward von Reit trägt, was jetzt unberücksichtigt bleibt). Dazu später mehr Details aus der Urkunde. Sie wird eine frilaz, eine "Freigelassene", doch gleichzeitig übergibt oder übereignet ihr Vater die Freigelassene dem Kloster St. Peter in Salzburg in eine andere (weniger bedrückende) Abhängigkeit. Der Freikauf war sicherlich kein Alltagsereignis, kann ich mir vorstellen, sondern außergewöhnlich, bemerkenswert und mit der gesellschaftlichen Bedeutung des wohlhabenden Freikäufers vor Ort verknüpft.

Wer war dieser geheimnisvolle Engilram? Was hat er mit Frilaz oder Freilassing zu tun? Und was mit Salzburg und seinem uralten Kloster St. Peter? Und wie kam es, wenn er doch (inzwischen?) offensichtlich wohlhabend war, dass sich seine Tochter in Leibeigenschaft eines Adeligen befand? (Könnte die Geschichte des Adeligen Meginward von Reit etwas zur Aufklärung beitragen?) Und hatte sich vielleicht der Stand des Vaters erst im Laufe der Zeit zum "Engilram von Frilaz" und damit zum besseren gewendet? Interessante Fragen ... Dazu später (hoffentlich) mehr.

1 Handschrift A4, Cod. O, fol. 6, Erzabtei St. Peter, Salzburg, Österreich. Abbildung des Dokuments in Kurt Enzinger, Freilassing. Geschichte einer jungen Stadt, Schwarzach im Pongau/Salzburg 2003, Copyright Stadt Freilassing, Seite 41.

Den Engilrammus (Engilram), die wichtigste Schlüsselperson unserer Geschichte, wer er wirklich war und welchen realen Bezug er zu Salzburg und "Freilassing" hatte, haben die Ortschronisten merkwürdigerweise bisher scheinbar Salzburgunberücksichtigt gelassen, als vernachlässigungswert erachtet, nicht kommentiert, und dem Leser dafür auch keinen Grund genannt. (Der Freilassinger Stadtchronist Kurt Enzinger hat ansonsten, mit Abstrichen zur Epoche 1933 bis 1945 und zweiter Weltkrieg [vor allem was die NS-Opfergruppen, die Dokumentation ihrer Verfolgung und Vernichtung und die "Gedenkkultur" betrifft], eine ausgezeichnete, akribische historische Forschungsarbeit zu Freilassing geleistet, reich an Quellen und Belegen. Seine unerreichten Werke zur Geschichte Freilassings bewundere ich! Und Kurt Enzinger verdanke ich viele Hinweise als Grundlage, die in diesem Beitrag weiter verarbeitet werden.)

Als ich die oben zitierte frilaz-Stelle in der Urkunde von St. Peter das erst Mal als Abbildung sah, konnte ich mir gut vorstellen, dass der "treue [Getreue?] Engilrammus" eine gewichtige und wohlhabende Persönlichkeit von einem gewissen Rang gewesen sein musste, die mit Salzburg und/oder den Fürsterzbischöfen oder ihren Vorläufern irgendwie in Verbindung stand. Zudem war er "Freilassing" zugehörig – er war der Engilram von Frilaz! (Kurt Enzinger lässt hier fidele mit "Getreuer" übersetzen, was nur mit dem Mittelhochdeutschen zu überprüfen ist. In Latein wäre nicht fidele, sondern fidelium ein "Getreuer".)

Wenn man zu recherchieren beginnt, dann taucht erwartungsgemäß in Urkunden des Mittelalters mehrfach der Name Engilram auf bzw. Engilrammus. (Forschungen zum scheinbar etwas seltsamen Personennamen an sich wären noch erforderlich, zur Bedeutung und Lateinisierung und ob sich dahinter vielleicht deutsche Namen von Persönlichkeiten verbergen könnten.)

Für mich stellt sich dann die Herausforderung, den "richtigen" Engilram, den von Frilaz, "unseren" Engilrammus, Salzburg korrekt zuzuordnen. Den, der von wem auch immer als treu (oder doch als "Getreuer"?) erachtet worden war. (Zum Beispiel erhielt Bischof Engilram von Metz von Karl von Bayern bereits 789 das Kloster Herrenchiemsee geschenkt, das ihm aber zu weit abgelegen war und das schließlich an das Salzburger Erzstift überging [Martin, 1906, S. 392, siehe folgendes Zitat]. Das kann also nicht "unser" Engilrammus sein.)

Salzburger DomUm hier die Ergebnisse einer Blitzrecherche vorwegzunehmen:

Tatsächlich erwähnt der Salzburger Landeshistoriker Hofrat Dr. Franz Martin (1882-1950), in Kirchliche Vogtei im Erzstifte Salzburg (1906, Seite 364 f.) einen Engilram (Engilrammus). Und das im Kontext zum einflussreichen Salzburger Erzbischof Konrad I. (1075–1147), der den heutigen Tourismusmagnet Hohensalzburg ausbaute (und ins Spiel kommt nicht lange danach der oben erwähnte Kaiser Barbarossa bei einem seiner Nachfolger - smile, ein Thema für sich). Es heißt bei Martin wie folgt:

"Über das Domkapitel vor der ZeitHohensalzburg und Salzburger Dom. Konrads I. wissen wir wenig, desgleichen über die Vogtei. [...] dann finden wir (vor 1049) Engilrammus als Vogt des Dompropstes Altwin. Derselbe begegnet uns auch unter den Pröpsten Liutold (f 1043) und Wezil (1049—1067).') Wen wir in diesem Vogt Engilrammus vor uns haben, bleibt dahingestellt. Er erscheint in Traditionen des Erzbischofs Balduin häufig, jedoch nur in der Zeugenreihe und ohne nähere Angabe."

Soweit das Zitat, das nach mehr Arbeit ausschaut!

War unser Engilrammus von Frilaz ein Vogt? Ein Vogt war ein Stellvertreter, der zum Beispiel Bischöfe, Äbte oder kirchliche Institutionen in weltlichen Angelegenheiten, "insbesondere bei weltlichen Gerichten vertrat (advocatus ecclesiae)", wie es zum Stichwort "Vogt" in der Wikipedia heißt.

Warum wird unser Engilrammus durch die Chronisten von St. Peter im 12. Jahrhundert mit Frilaz verknüpft (wobei man sich auf ältere Quellen stützt)? Existierte "Frilaz" oder ein Vorläufer bereits, bevor es zum bekannten Weiler wurde? War Frilaz ursprünglich ein Gut oder Wirtschaftshof wie der "Hof Salzburghofen", der die Herrschenden in Salzburg mit Lebensmittel versorgen musste, oder war Frilaz unter Engilram unabhängig? Auf welchen Zeitabschnitt bezieht sich der Chronist, wenn er vom Freikauf Adelheits und ihren Eintritt in das Salzburger Kloster berichtet? Wann war das "Freilassen" der Tochter? (Das Kloster St. Peter, in dessen Obhut Adelheit nach ihrem Freikauf kam, besteht immerhin seit dem Jahre 696.)

Das finde ich jedenfalls alles unglaublich interessant mit Bezug auf die Ortsgeschichte Freilassings und bedarf natürlich weiterer gründlicher Recherchen.

Frilaz wurde irgendwann im Mittelalter ein Weiler, eine Ansammlung von Bauernhöfen. Eine Grafik bei Enzinger, 2003, S. 87, zeigt den Weiler Freilassing und kommentiert: "Freilassing bestand zwischen 1300 und 1800 aus acht Bauernhöfen und einigen Zuhäusern."

Zu der genannten Zeit scheinen die Spuren am Ort zu Engilrammus von Frilaz (und seiner Tochter Adelheit?) längst verschwunden zu sein, sofern sie jemals dort existiert haben – wenn der Engilram-Nachweis für Frilaz in nicht noch fernerer Vergangenheit zurückliegt, also bevor die namentlich bekannten Bauern Frilaz zu bewohnen begannen. Denn kein bäuerlicher Name und Grundstück hat Bezug zu Engilram, der offenbar früher dort mit der Lokalität verbunden war. Enzinger, 2003, S. 89 bemerkt zu einer Karte von 1864: "Die teilweise heute noch erhaltenen langen und schmalen Grundstückstreifen, so genannte Langstreifenfluren, deuten auf eine frühe Siedlungsgründung hin (Karte von 1864)." Die "frühe Siedlunggründung" könnte noch früher stattgefunden haben, als wir heute wissen. Vielleicht haben Engilrammus und Adelheit dieses Wisses für immer mit ins Grab genommen ...

Freilassing bedeutet "Freigelassene". Frilaz waren grundsätzlich Menschen, wie zeitgenössische Quellen belegen, also nicht Pferde oder Weiden.

Adelheit, die Tochter Engilrams, war eine frilaz, eine "Freigelassene". Eine thematische Verbindung zwischen Adelheit und Freilassing (Frilaz) liegt (für mich jedenfalls) auf der Hand. (Ob und wie eine Standesbezeichnung zur Ortsbezeichnung werden kann, wäre ebenfalls noch zu klären.) Ich fände es spannend, die Zusammenhänge weiter zuGenehmigung Stadtwappen Freilassing, 1936. untersuchen, ob zum Beispiel die damalige lokale Zuordnung des Engilram im 12. Jahrhundert zu Frilaz sprachlich und damit zeitlich eine rückbezügliche Bedeutung haben kann, sozusagen Nomen est omen (der Name als "reflexives" Zeichen), genauso wie einige uralte Namen von Lokalitäten im Buch Genesis des Alten Testaments, die einen rückbezüglichen historischen Bedeutungsbezug zu tatsächlichen Geschehnissen haben.

Wenn eine Rückbezüglichkeit des Ortsnamens frilaz oder "Freilassing" auf den dokumentierten Freikauf der Adelheit zutreffen würde, dann hätte die historische Urkunde in St. Peter weit mehr mit der Bedeutung des Ortsnamens Freilassings zu tun als heute bekannt ist! Engilram und seine Tochter sowie der Freikauf erschienen dann in einem neuen, bedeutsameren Licht. Oder auch nicht – und darum macht ja Recherchieren Sinn und Spaß ... (später mehr; dieser Teil wird dann zur Ortsgeschichte verschoben).

Keine Sorge: Mir würde überhaupt nicht einfallen, egal was Recherchen bringen, vorzuschlagen, das schöne bunte Wappen der Stadt Freilassing zu verändern und zum Beispiel das nette Pferd durch eine Frau (wie Adelheit) zu ersetzen ... (Schon garnicht Adelheit über ein Salzfass springen zu lassen wie das Pferd im Wappen.)

Ein kleines Salzfass ist ein Atribut, das häufig dem Missionar und Bischof Rupertus von Salzburg beigeordnet ist, dem Reichenhall mit seinem Salz ("Hall"), das Salzburger und Berchtesgadener Land, damit auch der Rupertiwinkel und Freilassing-Salzburghofen, sehr viel für ihre frühe Entwicklung zu verdanken haben. Soweit so gut, was eine sinnvolle Verwendung des Salzfasses im Wappen betrifft. Salzburghofen an der Saalach selbst, die "Kornkammer" der Salzburger Fürsterzbischöfe, hatte mit dem Salzhandel wenig zu tun, dagegen das nahe Laufen an der Salzach, wo die Salztransportboote von Hallein kommend umgeladen wurden (wegen einer unpassierbaren Stelle im Fluss Salzach), um so mehr. Es wäre zu untersuchen, inwieweit die Salzburghofener davon an der Saalach überhaupt profitiert haben.

Zumindest könnten vielleicht einige zu Land reisende Salzhändler ihre Pferde beim Schmied in Salzburghofen beschlagen haben, kehrten ein oder nächtigten dort. (Der Mirtlwirt stammt von 1350 und liegt am damaligen Handelweg nach Salzburg.) Das Wort "Salz" im heutigen Ortsteilnamen Salzburghofen hat lediglich mit der einstigen Zugehörigkeit als "Königshof" zu Salzburg zu tun, das wiederum seinen Namen dem Salz oder "Hall" von Reichenhall verdankte, was damals politsch alles zusammengehörte.

Zum Wappen (Foto): Eine etwas längere Geschichte über das Ringen des Freilassinger Gemeinderats Anfang der 1930er-Jahre um die Darstellungen im Wappen, die hier eines eigenen längeren Beitrags würdig wäre. Ich kann mir vortellen, dass es den Vätern um eine Darstellung ihrer Gemeinde im künftigen Wappen ging, in der gleichzeitig Salzburghofen (die ursprüngliche Gemeinde, seit 1923 Ortsteil) und Freilassing (erst 1954 Stadterhebung) zu symbolisiseren waren, und sie wählten die Symbolik Pferd/Weide (Freilassing) - Salzfass (Salzburghofen). Die historische "Wahrheit" war ihnen sicher weder bekannt, noch wahrscheinlich wirklich wichtig, denn es war damals eine andere, eine "neue" Zeit in Deutschland angebrochen, die vieles "anders" handhabte und darstellte.

Erst 1936 genehmigte Franz von Epp, Reichsstatthalter in Bayern (vgl. Enzinger, 2003, S. 195) die heutige Wappenform.

Das Wappen soll nach einer allgegenwärtigen eigenwilligen Interpretation ein "freigelassenes" (losgelassenes?) Pferd zeigen, dazu auf "freier" (abgabefreier) "Weide" (also Freilaß [Anm. nicht Frilaz] laut Ludwig Steinberger in Ortsnamen des Amtsgerichts Laufen, Salzfass, 1932, AF 11, S. 3, zitiert bei Enzinger). Ein anderer, weiterer Beleg zu "Freilaß ... Weide" ist mir gegenwärtig nicht bekannt. (Auch nicht, wo es im Amtsgerichtsbezirk Laufen den Ortsnamen "Freilaß" gibt; ich muss allerdings noch die Originalquelle gelegentlich einsehen.) Auf jeden Fall erstaunlich, wie der kurze Vermerk Steinbergers zu Freilaß (Weide) Eingang in ein Stadtwappen gefunden hat und bis heute die Worterklärungen von "Freilassing" kritiklos beherrscht!

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv hatte wiederholt 1934 in Schreiben an den Gemeinderat dringend "von der Versinnbildlichung des Ortsnamens durch das 'freigelassene' Pferd" abgeraten – tatsächlich eine Pferdeposse (Quelle für die Korrespondenz: Enzinger, 2003, S. 326, Anm. 9). Die Pferdeabbildung im Wappen ist übrigens keine unbekannte in der allgemeinen Wappenkunde und findet als "Standardpferd" vielerorts Verwendung.

Doch dieses rassige weiße Pferd ist immer wieder und überall hübsch anzusehen ... Auch im Freilassinger Stadtwappen seit 1936!


● Zurück in die Gegenwart im "Notiz-Blog"

Zum oben erwähnten Texten gehört bald auch in geringem Umfang Erlebtes vor Ort und LESESpektakel für Kinder, Kirchanschöring, 2019.unterwegs in Form einer Online-Gelegenheitschronik, ähnlich wie auf meinem "Castellio"-Facebook-Profil (was dort nicht viel Zeit kostet, denn man postet bei Internet-Empfang schon von unterwegs ein Foto mit Kurztext direkt vom Handy in die Facebook-Profilchronik), und zwar als Rubrik mit meinem neuen Titel "Notiz-Blog" (Erlebtes in Bild und Text) – es muss natürlich alles zeitlich passen, denn ich möchte in keinen "Unruhestand" geraten.

Ein Beispiel für die geplante Rubrik "Notiz-Blog" (Foto links) wäre die Teilnahme am kleinen Vorlese-Event "LESESpektakel" im Rahmen eines Ferienprogramms für Kinder in Kirchanschöring am 8. August 2019. Die neue Rubrik bietet die Möglichkeit, auch mehr Bilder von einem Ereignis zu zeigen und damit zu bewahren. (Die Willkommensseite zeigt ein weiteres Beispiel vorab.)


● Weitere Themen (geplant oder in Erwägung gezogen)

Zu den (zeit)geschichtlichen Themen in eher kleinem Umfang (und nur überblicksartig) und mit Bezug zur Ortsgeschichte gehören die für NS-Opfer vom Künstler Gunter Demnig verlegten ☞ "Stolpersteine" in der Gegend (als Auflistung, Hinweise sind willlkommen, vlg. Liste der Stolpersteine in Salzburg) sowie die Suche nach Bezügen zum Schicksal jüdischer Menschen 1933 bis 1945 auf südostbayerischem Boden im Rahmen des deutschlandweiten Projekts ☞ "Jewish Places" (einschließlich Salzburgs, wo es seit 1901 eine Synagoge als Stolpersteine Laufen an der SalzachGebetszentrum auch für Südostbayern gab und wieder gibt), sei es als Einwohner oder als ehemalige Häftlinge und Zwangsarbeiter (m/w).

Dazu habe ich bereits einige Fotos und Notizen vor Ort gemacht, die darauf warten, hier verarbeitet zu werden: "Stolpersteine" für NS-Opfer in Laufen an der Salzach (Foto links) von der angesehenen ermordeten Kaufmannsfamilie Friedmann, die   Verbindungen zu Freilassing hatte (Tochter Irma Rafaela betrieb mit ihrem Mann Franz Schmeissser in der Sebastianigasse/Ecke Hauptstraße das Geschäft "Zur billigen Quelle" [Enzinger, 2003, S. 243]). Sowie auf dem "Ukrainer-Friedhof" im Schönramer Filz (Foto rechts). In der Nähe war 1945 das Krankenlager mit Zwangsarbeitern, vordem unter anderem"Ukrainer-Friedhof" bei Schönram ein Reichsarbeitsdienstlager. Heute gibt es Gedenksteine für die Verstorbenen auf dem Friedhof ( Foto, Einzelbeispiel). Um zwei Beispiele zu nennen.

Zeitgeschichtliche Gedenkthemen finden grundsätzlich mein Interesse, unabhängig von der nationalen oder sozialen Herkunft oder Zugehörigkeit der Verfolgten und Missbrauchten unter dem NS-Regime, wie politisch und religiös oder aus rassistischen Gründen Verfolgte, ebenso die Euthanasie-Opfer. In bescheidenem Umfang authentische Orte, Spuren des Unrechts und der damaligen Verfolgung vor Ort (im weitesten Sinne, vor allem Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein) kurz zu dokumentieren wäre erwägenswert, für mich auch eine Frage der Zeit und der Recherchemöglichkeiten. Andere mögen sich dadurch ermuntert fühlen, intensiver für künftige Generationen zu dokumentieren und damit für eine Gedenkkultur zu bewahren, bevor die letzten Spuren des Unrechts verschwinden. Hier nochmals der bereits oben erwähnte Link zu einer Bemerkung über die ☞ Motivation für die Gedenkarbeit, zum Beispiel auf Facebook oder hier.

 


 

Schluss


Alles aus Interesse und Begeisterung
am genauem handwerklichen Texten und Sehen ("Augen-Blicke")! Dafür entstehen zur Zeit neue Webseiten bzw. bestehende werden und wurden überarbeitet, ebenso die Startseite der Homepage www.stephan-wrobel.de, die nunmehr fertig ist.

Keine meiner Webseiten wird geschäftlich geführt, um die nichtkommerzielle Nutzung der Fotos und Texte nochmals hervorzuheben.

Viel Spaß bei meinen privaten "Augen-Blicken", seien es die Seiten RÜCKBLiCKE (biografisches, www.jswrobel.de) oder FOTO "AUGEN-BLiCKE" (Bildgalerien als Stephan "Castellio" Wrobel, www.jswrobel.net) bzw. AUGENBLiCKE POESIE & PROSA aus der Jugendzeit und heute (Literarisches, www.briefkarte.de) sowie neuerdings GESCHICHTE & AKTUELLERLEBTES VOR ORT (in Vorbereitung, siehe oben) und ☞ "jwhistory research & studies 1996 – 2008" , Referate, Veröffentlichtungen, Ausstellungen (künftig neu sortiert auf www.jwhistory.org). Die Links am Schluss der Willkommensseite (Start) führen zu einigen dieser Webseiten. Die zentrale Startseite für alle Seiten ist inzwischen diese Homepage hier geworden.

Herzlichen Dank für deinen Besuch und auf ein Wiedersehen – meine Seiten werden regelmäßig ergänzt (daher REFRESH-Button mit der SHIFT-Taste zum Aktualisieren klicken, damit du nicht eine ältere gespeicherte Version schaust, oder die aktuelle Seite mit Strg+R neu laden)!

Anlässlich der "Klangwolke" von BayernwelleSO, Bad Reichenhall, 24. August 2018.Stephan Wrobel, Freilassing
Oktober 2018 | März 2019 | ab April 2019 ff. (aktualisiert siehe Datum oben)
"Blogger", parteilos, politisch neutral – aber nicht sprachlos, gottgläubig, kirchlich ungebunden, frei (auch von Kalenderritualen, Nichtraucher).

Stephan Castellio Wrobel (Fotos und Literarisches)

Johannes Stephan Wrobel – Berlin, Wiesbaden, Selters/Taunus, Sonnenbühl, heute: Freilassing/Salzburg